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Frisch gefräste Aluminiumkomponente neben technischer Zeichnung auf Stahloberfläche, Metallspäne aus CNC-Bearbeitung sichtbar.

Wie läuft eine Kleinserienfertigung beim Lohnfertiger ab?

Gebhard Poggel ·

Eine Kleinserienfertigung beim Lohnfertiger läuft in klar definierten Schritten ab: von der Anfrage und Konstruktionsanalyse über die CNC-Fertigung und Qualitätskontrolle bis zur Auslieferung. Der gesamte Prozess ist darauf ausgelegt, auch bei kleinen Stückzahlen wirtschaftlich und präzise zu arbeiten. Die folgenden Abschnitte beantworten die wichtigsten Fragen rund um Ablauf, Verfahren, Kosten und Partnerauswahl.

Was ist Kleinserienfertigung und wann lohnt sie sich?

Kleinserienfertigung bezeichnet die Herstellung von Bauteilen oder Produkten in begrenzten Stückzahlen, typischerweise zwischen wenigen Einheiten und einigen Hundert Teilen. Im Gegensatz zur Massenproduktion steht hier die Flexibilität im Vordergrund: Jede Serie kann individuell angepasst werden, ohne dass aufwendige Dauerwerkzeuge oder vollautomatisierte Linien notwendig sind.

Sie lohnt sich immer dann, wenn der Bedarf zu gering für eine kostenintensive Serienproduktion ist, aber zu hoch für die Einzelteilfertigung. Typische Anwendungsfälle sind Prototypen, die in kleiner Menge für Tests oder Markteinführungen benötigt werden, Ersatzteile für Maschinen und Anlagen sowie Sonderkomponenten im Werkzeug- und Maschinenbau. Auch wenn Varianten eines Bauteils in unterschiedlichen Ausführungen benötigt werden, bietet die Kleinserie die nötige Flexibilität.

Für Unternehmen, die keine eigene Fertigungskapazität aufbauen möchten oder können, ist die Auftragsfertigung bei einem Lohnfertiger die wirtschaftlich sinnvolle Alternative. Man zahlt nur für das, was tatsächlich gebraucht wird, ohne in Maschinen, Personal und Infrastruktur investieren zu müssen.

Wie läuft eine Kleinserienfertigung beim Lohnfertiger Schritt für Schritt ab?

Eine Kleinserienfertigung beim Lohnfertiger beginnt mit der Anfrage und endet mit der geprüften Lieferung. Dazwischen liegen mehrere aufeinander abgestimmte Schritte, die Qualität und Termintreue sicherstellen. Der genaue Ablauf variiert je nach Komplexität der Bauteile, folgt aber einem bewährten Grundmuster.

Schritt 1: Anfrage und technische Klärung

Am Anfang steht die Übermittlung von Zeichnungen, CAD-Daten und technischen Spezifikationen. Der Lohnfertiger prüft die Fertigbarkeit, klärt Materialfragen und gibt ein Angebot ab. Dieser Schritt ist wichtig, weil hier Missverständnisse frühzeitig ausgeräumt werden, die später zu Verzögerungen oder Mehrkosten führen könnten.

Schritt 2: Auftragsplanung und Arbeitsvorbereitung

Nach der Auftragserteilung folgt die interne Planung: Welche Maschinen kommen zum Einsatz? Welche Spannmittel und Werkzeuge werden benötigt? Wie wird der Fertigungsablauf organisiert? Bei der CNC-Fertigung wird in diesem Schritt auch das NC-Programm erstellt und simuliert, bevor die erste Maschine anläuft.

Schritt 3: Fertigung und Bearbeitung

Die eigentliche Bearbeitung erfolgt an CNC-Maschinen, häufig mit mehreren Aufspannungen oder in der 5-Achs-Simultanbearbeitung, um komplexe Geometrien in einem Durchgang zu fertigen. Bei Kleinserien wird oft nach dem ersten Musterteil eine Erstmusterprüfung durchgeführt, bevor die gesamte Serie gefertigt wird.

Schritt 4: Qualitätskontrolle und Oberflächenbehandlung

Fertige Teile werden messtechnisch geprüft und dokumentiert. Anschließend können Oberflächenbehandlungen wie Eloxieren, Brünieren oder KTL-Beschichtungen folgen, bevor die Teile für die Lieferung freigegeben werden.

Schritt 5: Verpackung und Auslieferung

Der letzte Schritt umfasst die sachgerechte Verpackung und die termingerechte Lieferung. Viele Lohnfertiger bieten dabei auch Baugruppenmontage an, sodass nicht einzelne Teile, sondern fertig montierte Einheiten geliefert werden.

Welche Fertigungsverfahren kommen bei der Kleinserie zum Einsatz?

Bei der Kleinserienfertigung dominieren spanende Verfahren wie CNC-Fräsen und CNC-Drehen, weil sie flexibel, präzise und ohne teure Sonderwerkzeuge einsetzbar sind. Welches Verfahren zum Einsatz kommt, hängt von der Bauteilgeometrie, dem Material und den geforderten Toleranzen ab.

  • CNC-Fräsen: Ideal für prismatische Bauteile mit Taschen, Bohrungen und komplexen Konturen. Mit 5-Achs-Maschinen lassen sich auch freigeformte Flächen und Hinterschneidungen in einer Aufspannung bearbeiten.
  • CNC-Drehen: Wird für rotationssymmetrische Teile wie Wellen, Buchsen oder Flansche eingesetzt. Moderne Dreh-Fräszentren kombinieren beide Verfahren in einer Maschine.
  • Robotergestützte Zerspanung: Ermöglicht eine weitgehend automatisierte Fertigung auch bei Kleinserien und erhöht die Reproduzierbarkeit bei gleichbleibend hoher Qualität.
  • Schweißen und Fügen: Wenn Baugruppen aus mehreren Einzelteilen bestehen, kommen Schweißverfahren und Montageprozesse hinzu.
  • Oberflächenveredelung: Verfahren wie Eloxieren, Brünieren und KTL-Beschichtungen schließen den Fertigungsprozess ab und verbessern Korrosionsschutz sowie Optik.

Die Kombination dieser Verfahren macht die Lohnfertigung besonders attraktiv: Statt mehrere Zulieferer koordinieren zu müssen, liefert ein kompetenter Lohnfertiger das fertige Teil oder die fertige Baugruppe aus einer Hand.

Wie wird die Qualität in der Kleinserienfertigung sichergestellt?

Qualitätssicherung in der Kleinserienfertigung beginnt nicht beim fertigen Teil, sondern bereits bei der Arbeitsvorbereitung. Zertifizierte Lohnfertiger arbeiten nach definierten Prozessen, dokumentieren jeden Fertigungsschritt und prüfen Bauteile messtechnisch gegen die Zeichnungsvorgaben.

Konkret umfasst die Qualitätssicherung typischerweise folgende Maßnahmen:

  1. Erstmusterprüfung: Das erste gefertigte Teil wird vollständig vermessen und gegen alle Toleranzvorgaben geprüft, bevor die restliche Serie freigegeben wird.
  2. Zwischenkontrollen: Während der laufenden Fertigung werden Stichproben entnommen und geprüft, um Abweichungen frühzeitig zu erkennen.
  3. Endkontrolle: Alle Teile oder eine definierte Stichprobe werden vor der Auslieferung abschließend geprüft.
  4. Dokumentation: Messprotokolle und Prüfberichte begleiten die Lieferung und ermöglichen eine lückenlose Rückverfolgbarkeit.

Ein nach DIN EN ISO 9001:2015 zertifizierter Lohnfertiger gibt Ihnen dabei die Sicherheit, dass diese Prozesse nicht nur beschrieben, sondern auch regelmäßig auditiert und weiterentwickelt werden. Das ist besonders relevant, wenn Sie als Einkäufer oder Produktionsverantwortlicher gegenüber Ihren eigenen Kunden Qualitätsnachweise erbringen müssen.

Was kostet Kleinserienfertigung beim Lohnfertiger?

Die Kosten für Kleinserienfertigung beim Lohnfertiger hängen von mehreren Faktoren ab und lassen sich nicht pauschal nennen. Wichtige Kostentreiber sind Bauteilkomplexität, Materialwahl, Stückzahl, Toleranzanforderungen und der Umfang der Nachbearbeitung. Grundsätzlich gilt: Je höher die Stückzahl innerhalb einer Serie, desto geringer die Kosten pro Teil.

Die wesentlichen Kostenbestandteile in der Auftragsfertigung sind:

  • Rüstkosten: Einmalige Kosten für die Einrichtung der Maschinen, Erstellung des NC-Programms und Beschaffung von Spannmitteln. Diese Kosten verteilen sich auf die gesamte Serie.
  • Maschinenkosten: Abhängig von der Bearbeitungszeit und dem eingesetzten Maschinentyp. 5-Achs-Bearbeitungszentren sind in der Anschaffung teurer, reduzieren aber oft die Gesamtbearbeitungszeit durch weniger Aufspannungen.
  • Materialkosten: Richten sich nach Werkstoff, Rohmaterialformat und aktuellen Marktpreisen.
  • Oberflächenbehandlung: Zusatzkosten für Veredelungsverfahren wie Eloxieren oder KTL-Beschichtung.
  • Qualitätsprüfung und Dokumentation: Bei hohen Anforderungen an die Messtechnik und Prüfberichte entstehen zusätzliche Kosten.

Für eine realistische Kostenschätzung ist es wichtig, dem Lohnfertiger vollständige Unterlagen zu übergeben: Zeichnungen mit Toleranzangaben, Materialspezifikation, Stückzahl und gewünschten Lieferterminen. Nur so kann ein belastbares Angebot erstellt werden.

Worauf sollte man bei der Wahl eines Lohnfertigers für Kleinserien achten?

Bei der Wahl eines Lohnfertigers für Kleinserien sollten Sie auf Maschinenausstattung, Qualitätszertifizierung, Fertigungstiefe und Kommunikationsbereitschaft achten. Ein Lohnfertiger, der nur einen Teil der Prozesskette abdeckt, zwingt Sie zur Koordination mehrerer Lieferanten, was Zeit und Aufwand kostet.

Die wichtigsten Auswahlkriterien im Überblick:

  • Maschinenpark und Technologie: Verfügt der Lohnfertiger über moderne CNC-Maschinen, idealerweise mit 5-Achs-Bearbeitung? Kann er auch komplexe Geometrien in einer Aufspannung fertigen?
  • Fertigungstiefe: Bietet er neben CNC-Fräsen und CNC-Drehen auch Montage, Oberflächenbehandlung und Qualitätsprüfung an? Ein Full-Service-Anbieter spart Koordinationsaufwand.
  • Qualitätszertifizierung: Eine Zertifizierung nach DIN EN ISO 9001:2015 ist ein gutes Zeichen dafür, dass Qualitätsprozesse systematisch gelebt werden.
  • Flexibilität bei Stückzahlen: Kann der Lohnfertiger sowohl kleine Stückzahlen als auch größere Serien abwickeln? Das gibt Ihnen Spielraum, wenn sich Ihr Bedarf ändert.
  • Reaktionszeit und Kommunikation: Wie schnell erhalten Sie ein Angebot? Gibt es einen festen Ansprechpartner? Kurze Kommunikationswege sind bei Kleinserien besonders wichtig, weil Änderungen häufiger vorkommen als in der Massenproduktion.
  • Referenzen und Branchenerfahrung: Arbeitet der Lohnfertiger bereits für Unternehmen aus Ihrer Branche? Erfahrung im Werkzeug-, Maschinen- und Anlagenbau ist ein Vorteil, weil die Anforderungen dort besonders hoch sind.

Wie Mematek bei der Kleinserienfertigung unterstützt

Wir bei Mematek begleiten Sie von der ersten Anfrage bis zur fertigen Lieferung. Unsere Kleinserienfertigung ist darauf ausgelegt, auch anspruchsvolle Bauteile termingerecht und in zertifizierter Qualität zu liefern, ohne dass Sie mehrere Zulieferer koordinieren müssen.

Was wir konkret für Sie leisten:

  • Präzise CNC-Bearbeitung auf neun modernen Bearbeitungszentren, darunter 5-Achs-Simultanbearbeitung für komplexe Geometrien
  • Robotergestützte Zerspanung für skalierbare Stückzahlen bis zu 10.000 Teilen
  • Vollständige Fertigungstiefe: von der Einzelkomponente über die Baugruppenmontage bis zur SPS-Programmierung
  • Oberflächenveredelung direkt im Haus, inklusive Eloxieren, Brünieren und KTL-Beschichtung
  • Qualitätssicherung nach DIN EN ISO 9001:2015 mit lückenloser Dokumentation
  • Eigene Fahrzeugflotte für direkte und zuverlässige Auslieferung

Wenn Sie wissen möchten, ob wir der richtige Partner für Ihr nächstes Projekt sind, freuen wir uns über Ihre Anfrage.

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