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Präzisionsgefräste Aluminiumbauteile in einer Reihe auf dunkler Stahloberfläche, CNC-Werkzeughalter daneben, industrielle Seitenbeleuchtung.

Was genau ist Kleinserienfertigung und wie funktioniert sie in der Praxis?

Gebhard Poggel ·

Kleinserienfertigung bezeichnet die Herstellung einer begrenzten Stückzahl identischer oder ähnlicher Bauteile, typischerweise zwischen wenigen Dutzend und einigen Tausend Einheiten pro Auftrag. Sie verbindet die Flexibilität der Einzelteilfertigung mit einer gewissen Produktionseffizienz und eignet sich besonders für Unternehmen, die wiederholbare Bauteile in überschaubaren Mengen benötigen, ohne in eine vollständige Serienfertigung investieren zu müssen. Die folgenden Abschnitte beantworten die wichtigsten Fragen rund um Einsatz, Ablauf und Auswahl eines geeigneten Fertigungspartners.

Was ist Kleinserienfertigung und wann kommt sie zum Einsatz?

Kleinserienfertigung ist ein Fertigungsverfahren, bei dem eine begrenzte Anzahl gleicher oder ähnlicher Bauteile in einem definierten Produktionsdurchlauf hergestellt wird. Die Stückzahlen liegen je nach Branche und Anbieter zwischen etwa 10 und mehreren Tausend Einheiten. Sie kommt immer dann zum Einsatz, wenn der Bedarf regelmäßig, aber nicht in Massenmengen anfällt.

Typische Einsatzgebiete sind der Maschinen- und Anlagenbau, der Sondermaschinenbau sowie die Automatisierungstechnik. Unternehmen setzen auf Kleinserienfertigung, wenn Prototypen in kleinen Mengen für Tests benötigt werden, wenn Ersatzteile regelmäßig nachgeordert werden sollen oder wenn Produkte noch nicht für eine Massenproduktion ausgereift sind. Auch bei Bauteilen mit hoher Komplexität, die sich nicht wirtschaftlich automatisieren lassen, ist die Kleinserie die richtige Wahl.

Ein weiterer häufiger Anlass ist die Markteinführung neuer Produkte: Unternehmen möchten zunächst kleinere Mengen fertigen lassen, um Marktreaktionen zu testen, bevor sie in größere Produktionskapazitäten investieren.

Wie funktioniert Kleinserienfertigung in der Praxis?

In der Praxis beginnt Kleinserienfertigung mit einer technischen Anfrage, bei der Zeichnungen, CAD-Daten und Materialangaben übermittelt werden. Der Fertigungspartner prüft die Unterlagen, erstellt ein Angebot und plant den Fertigungsablauf. Anschließend werden Werkzeuge, Spannmittel und Programme vorbereitet, bevor die eigentliche Bearbeitung startet.

Moderne CNC-Bearbeitungszentren spielen dabei eine zentrale Rolle. Durch den Einsatz von 5-Achs-Simultanbearbeitung lassen sich komplexe Geometrien in einem einzigen Aufspannvorgang herstellen, was sowohl die Genauigkeit erhöht als auch die Durchlaufzeiten verkürzt. Für größere Kleinserienstückzahlen kommt häufig robotergestützte Zerspanung zum Einsatz, die eine automatisierte, wiederholgenaue Bearbeitung auch über Nacht oder am Wochenende ermöglicht.

Nach der Fertigung folgt eine Qualitätskontrolle, bei der Maßhaltigkeit und Oberflächenqualität geprüft werden. Erst danach werden die Bauteile verpackt und ausgeliefert. Der gesamte Prozess, von der Anfrage bis zur Lieferung, läuft idealerweise bei einem einzigen Fertigungspartner ab, um Schnittstellen und Kommunikationsaufwand zu minimieren.

Was ist der Unterschied zwischen Kleinserienfertigung und Einzelteilfertigung?

Der wesentliche Unterschied liegt in der Stückzahl und der Wirtschaftlichkeit der Rüstkosten. Einzelteilfertigung bedeutet, dass ein Bauteil einmalig oder in sehr kleiner Anzahl hergestellt wird, oft als Prototyp oder Sonderteil. Kleinserienfertigung hingegen umfasst mehrere identische Teile, wodurch sich der Rüstaufwand auf eine größere Menge verteilt.

Bei der Einzelteilfertigung steht die absolute Flexibilität im Vordergrund: Jedes Bauteil kann individuell angepasst werden, ohne Rücksicht auf Wiederholbarkeit nehmen zu müssen. Die Kleinserienfertigung verlangt dagegen eine stärkere Standardisierung der Fertigungsprozesse, da dieselben Abläufe mehrfach wiederholt werden. Das führt zu niedrigeren Stückkosten, erfordert aber auch eine sorgfältigere Planung im Vorfeld.

In der Praxis gehen beide Fertigungsarten oft ineinander über: Ein Bauteil wird zunächst als Einzelteil gefertigt, getestet und nach erfolgreicher Freigabe in Kleinserie produziert. Viele Lohnfertiger bieten daher beide Leistungen aus einer Hand an, was den Übergang von der Entwicklung zur Serienreife deutlich erleichtert.

Welche Materialien und Verfahren werden bei der Kleinserienfertigung eingesetzt?

Bei der Kleinserienfertigung kommen je nach Anforderung unterschiedliche Werkstoffe und Bearbeitungsverfahren zum Einsatz. Typische Materialien sind Stahl, Edelstahl, Aluminium, Messing, Kupfer sowie technische Kunststoffe. Die Auswahl richtet sich nach den mechanischen, thermischen und chemischen Anforderungen des Bauteils.

Die häufigsten Fertigungsverfahren in der Kleinserie sind:

  • CNC-Fräsen und CNC-Drehen: Für präzise Formgebung und enge Toleranzen
  • 5-Achs-Simultanbearbeitung: Für komplexe Geometrien in einem Aufspannvorgang
  • Robotergestützte Zerspanung: Für automatisierte, wiederholgenaue Fertigung größerer Stückzahlen
  • Wärmebehandlung: Zur Verbesserung von Härte und Festigkeit
  • Oberflächenveredelung: Zum Beispiel Eloxieren, Brünieren oder KTL-Beschichtung zum Schutz vor Korrosion und Verschleiß

Besonders bei der Kleinserienfertigung ist es wichtig, dass der Fertigungspartner die gesamte Prozesskette abdeckt, also Bearbeitung, Wärmebehandlung und Oberflächenveredelung koordiniert. Das spart Zeit, reduziert Transportwege und sichert eine gleichbleibende Qualität über alle Fertigungsschritte hinweg.

Wann lohnt sich die Vergabe von Kleinserienfertigung an einen Lohnfertiger?

Die Vergabe an einen Lohnfertiger lohnt sich, wenn das eigene Unternehmen nicht über die notwendigen Maschinen, Werkzeuge oder das Fachpersonal verfügt, um Bauteile in der geforderten Qualität und Menge herzustellen. Auch wenn die Kapazitäten im eigenen Betrieb ausgelastet sind, ist die Auslagerung eine sinnvolle Option.

Konkret spricht die Vergabe an einen externen Fertigungspartner in folgenden Situationen für sich:

  • Der Bedarf ist regelmäßig, aber nicht groß genug für eine eigene Serienproduktion
  • Die Bauteile erfordern spezielle Verfahren wie 5-Achs-Bearbeitung oder Oberflächenveredelung, die intern nicht verfügbar sind
  • Eine schnelle Lieferung ist gefragt, die eigene Produktion aber ausgelastet
  • Die Rüstkosten für eine interne Fertigung würden die Stückkosten unwirtschaftlich machen
  • Zertifizierte Qualitätssicherung ist vertraglich oder normativ vorgeschrieben

Ein erfahrener Lohnfertiger bringt nicht nur die Maschinen mit, sondern auch das Prozess-Know-how, um Fertigungsabläufe effizient zu gestalten. Das spart Kosten und gibt dem beauftragenden Unternehmen die Freiheit, sich auf seine Kernkompetenzen zu konzentrieren.

Worauf sollte man bei der Auswahl eines Kleinserienfertigungspartners achten?

Bei der Auswahl eines Partners für die Kleinserienfertigung sollten Sie auf technische Kompetenz, Qualitätssicherung und Lieferzuverlässigkeit achten. Ein geeigneter Lohnfertiger deckt die relevanten Fertigungsverfahren ab, verfügt über moderne Maschinenkapazitäten und kann Qualität durch ein zertifiziertes Managementsystem nachweisen.

Die wichtigsten Auswahlkriterien im Überblick:

  1. Maschinenpark und Verfahrenskompetenz: Verfügt der Partner über die für Ihre Bauteile notwendigen CNC-Bearbeitungszentren, inklusive Mehrachsbearbeitung?
  2. Qualitätszertifizierung: Eine Zertifizierung nach DIN EN ISO 9001:2015 ist ein verlässlicher Nachweis für strukturierte Qualitätsprozesse.
  3. Prozesskette aus einer Hand: Kann der Partner Bearbeitung, Wärmebehandlung und Oberflächenveredelung koordiniert anbieten?
  4. Flexibilität bei Stückzahlen: Ist der Fertiger in der Lage, sowohl kleine Mengen als auch größere Serien zu realisieren, falls der Bedarf wächst?
  5. Kommunikation und Reaktionszeit: Reagiert der Partner schnell auf Anfragen und kommuniziert transparent über Lieferzeiten und mögliche Engpässe?
  6. Logistik und Lieferung: Verfügt der Partner über eine eigene Lieferlogistik, um Lieferzeiten und Transportrisiken zu reduzieren?

Ein guter Fertigungspartner ist nicht nur Dienstleister, sondern auch technischer Berater: Er weist Sie auf Optimierungspotenziale in der Konstruktion hin, die die Fertigbarkeit verbessern oder Kosten senken. Dieses Feedback ist besonders bei der Kleinserienfertigung wertvoll, weil Änderungen noch ohne großen Aufwand umgesetzt werden können.

Wie Mematek bei der Kleinserienfertigung unterstützt

Wir bieten Ihnen eine vollständige Fertigungslösung für die Kleinserie, von der ersten technischen Anfrage bis zur termingerechten Auslieferung. Unsere Kleinserienfertigung bei Mematek deckt die gesamte Prozesskette ab und verbindet moderne Maschinentechnik mit zertifizierter Qualitätssicherung nach DIN EN ISO 9001:2015.

Was wir konkret für Ihre Kleinserienprojekte leisten:

  • Bearbeitung auf neun CNC-Bearbeitungszentren mit bis zu 5 Achsen für präzise und komplexe Geometrien
  • 5-Achs-Simultanbearbeitung für höchste Genauigkeit bei anspruchsvollen Bauteilen
  • Robotergestützte Zerspanung für skalierbare Stückzahlen bis zu 10.000 Teilen
  • Koordinierte Prozesskette inklusive Wärmebehandlung und Oberflächenveredelung wie Eloxieren, Brünieren und KTL-Beschichtung
  • Direkte Auslieferung über unsere eigene Fahrzeugflotte
  • Transparente Kommunikation und kurze Reaktionszeiten von der Anfrage bis zur Lieferung

Wenn Sie ein Kleinserienprojekt planen oder einen zuverlässigen Fertigungspartner suchen, freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme.

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