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Präzisionsgefräste Aluminiumbauteile in einer Reihe auf dunkler Stahloberfläche, ein Teil leicht abgesetzt, industrielle Werkstattbeleuchtung.

Ab wann lohnt sich Kleinserienfertigung für unseren Industriebetrieb?

Gebhard Poggel ·

Kleinserienfertigung lohnt sich für Industriebetriebe in der Regel ab einer Stückzahl von etwa 10 bis 50 Einheiten, sobald der Aufwand für Rüsten, Programmierung und Qualitätssicherung auf mehrere Teile verteilt werden kann. Ab diesem Punkt sinken die Stückkosten spürbar, ohne dass ein vollständiger Serienprozess aufgebaut werden muss. Die folgenden Fragen helfen Ihnen einzuschätzen, ob und wann Kleinserienfertigung für Ihren Betrieb der richtige Schritt ist.

Was ist Kleinserienfertigung und wann kommt sie zum Einsatz?

Kleinserienfertigung bezeichnet die Herstellung einer begrenzten Anzahl gleicher oder ähnlicher Bauteile in einem definierten Fertigungsdurchlauf. Sie liegt zwischen der Einzelteilfertigung, bei der jedes Teil individuell produziert wird, und der Großserienfertigung, die auf hohe Stückzahlen mit vollständig automatisierten Prozessen ausgelegt ist. Typisch sind Losgrößen von etwa 10 bis einige Hundert Teile pro Auftrag.

Kleinserienfertigung kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn ein Betrieb wiederkehrenden Bedarf an einem Bauteil hat, dieser Bedarf aber nicht groß genug ist, um eine vollständige Serienproduktion wirtschaftlich zu rechtfertigen. Häufige Anwendungsfälle sind Ersatzteile für Maschinen und Anlagen, Prototypen in der Vorserie, Sonderkomponenten für den Anlagenbau sowie Bauteile für den Werkzeug- und Vorrichtungsbau.

Auch wenn Produkte regelmäßig in kleinen Mengen nachgeordert werden, bietet die Kleinserienfertigung einen strukturierten Rahmen: Rüstparameter und CNC-Programme werden gespeichert und beim nächsten Auftrag direkt wiederverwendet. Das spart Zeit und reduziert Fehlerquellen bei der Wiederholung.

Ab welcher Stückzahl lohnt sich Kleinserienfertigung wirtschaftlich?

Kleinserienfertigung wird wirtschaftlich interessant, sobald die einmaligen Einrichtungskosten auf eine ausreichend große Menge verteilt werden können. Als Faustregel gilt: Ab etwa 10 bis 20 Teilen beginnt der Übergang von der reinen Einzelteilfertigung zur Kleinserie, bei dem die Stückkosten pro Einheit deutlich sinken. Die genaue Grenze hängt von der Bauteilkomplexität, dem Rüstaufwand und den eingesetzten Fertigungsverfahren ab.

Entscheidend für die Wirtschaftlichkeit sind drei Kostenfaktoren:

  • Rüstkosten: Das Einrichten von CNC-Bearbeitungszentren, das Spannen von Werkstücken und das Einlesen von Programmen verursacht einen fixen Aufwand, der unabhängig von der Stückzahl anfällt. Je mehr Teile in einem Durchlauf gefertigt werden, desto geringer fällt dieser Anteil pro Stück aus.
  • Programmierkosten: Ein CNC-Programm wird einmalig erstellt und kann für alle Folgeaufträge wiederverwendet werden. Dieser Aufwand amortisiert sich bereits bei kleinen Losgrößen deutlich schneller als bei der Einzelteilfertigung.
  • Qualitätsprüfung: Stichprobenprüfungen und Erstmusterprüfungen sind bei einer Kleinserie effizienter als die vollständige Prüfung jedes einzelnen Teils.

Für besonders komplexe Bauteile mit langen Bearbeitungszeiten kann die wirtschaftliche Grenze auch bei weniger als 10 Stück liegen. Bei einfachen, schnell zu fertigenden Teilen verschiebt sie sich nach oben. Eine Anfrage mit konkreten Zeichnungen und Stückzahlen gibt Ihnen schnell Klarheit über die tatsächlichen Kosten.

Welche Vorteile bietet Kleinserienfertigung gegenüber Einzelteilfertigung?

Kleinserienfertigung bietet gegenüber der Einzelteilfertigung vor allem niedrigere Stückkosten, kürzere Lieferzeiten bei Folgeaufträgen und eine höhere Prozessstabilität. Weil Einrichtung, Programmierung und Qualitätsprüfung auf mehrere Teile verteilt werden, sinkt der Aufwand pro Einheit spürbar.

Weitere konkrete Vorteile im Vergleich:

  • Reproduzierbarkeit: Einmal eingerichtete Parameter und gespeicherte CNC-Programme sorgen dafür, dass jedes Teil innerhalb der Serie identisch gefertigt wird. Bei der Einzelteilfertigung muss dieser Prozess jedes Mal neu aufgebaut werden.
  • Planbarkeit: Kleinserienprojekte lassen sich besser in die Kapazitätsplanung integrieren, da Durchlaufzeiten und Ressourcenbedarf bekannt sind.
  • Flexibilität trotz Wiederholung: Im Gegensatz zur Großserie können bei einer Kleinserie Konstruktionsänderungen zwischen zwei Losen noch vergleichsweise einfach umgesetzt werden, ohne dass ein kompletter Produktionsprozess neu aufgesetzt werden muss.
  • Lagerhaltung reduzieren: Statt große Mengen auf Vorrat zu produzieren, können Betriebe bedarfsgerecht in kleinen Losen abrufen und damit Lagerkosten senken.

Wie läuft der Fertigungsprozess bei einer Kleinserie ab?

Der Fertigungsprozess bei einer Kleinserie folgt einem strukturierten Ablauf, der mit der technischen Klärung beginnt und mit der Qualitätsprüfung sowie Auslieferung endet. Die wichtigsten Schritte sind: Anfrage und Machbarkeitsanalyse, Arbeitsvorbereitung und Programmierung, Rüsten und Erstmuster, Seriendurchlauf sowie abschließende Qualitätskontrolle.

Im Detail sieht der Ablauf typischerweise so aus:

  1. Anfrage und technische Klärung: Auf Basis von Zeichnungen oder CAD-Daten werden Material, Toleranzen, Oberflächenanforderungen und Stückzahl besprochen. Hier werden auch mögliche Fertigungsverfahren festgelegt.
  2. Arbeitsvorbereitung: Der Fertigungspartner erstellt einen Arbeitsplan, wählt Werkzeuge und Spannmittel aus und programmiert die CNC-Bearbeitungszentren. Dieser Schritt ist der größte Einmalaufwand in der Kleinserie.
  3. Erstmuster und Freigabe: Vor dem eigentlichen Seriendurchlauf wird in der Regel ein Erstmuster gefertigt und geprüft. Erst nach Freigabe startet die Kleinserie.
  4. Seriendurchlauf: Die Teile werden in einem kontinuierlichen Durchlauf gefertigt. Bei modernen Bearbeitungszentren mit robotergestützter Zerspanung kann dieser Prozess auch über Nacht oder am Wochenende laufen.
  5. Qualitätskontrolle und Auslieferung: Fertige Teile werden nach definierten Prüfplänen kontrolliert und dokumentiert, bevor sie ausgeliefert werden.

Bei Folgeaufträgen entfallen Arbeitsvorbereitung und Erstmuster weitgehend, was die Durchlaufzeit deutlich verkürzt.

Wann sollte ein Betrieb Kleinserienfertigung auslagern?

Ein Betrieb sollte Kleinserienfertigung auslagern, wenn die eigene Maschinenkapazität, das technische Know-how oder die Auslastung nicht ausreichen, um die gewünschten Teile wirtschaftlich und termingerecht herzustellen. Outsourcing lohnt sich besonders dann, wenn komplexe Geometrien, enge Toleranzen oder spezielle Oberflächenbehandlungen gefragt sind, die spezifische Maschinen und Prozesse erfordern.

Typische Situationen, in denen Auslagern sinnvoll ist:

  • Die eigenen CNC-Kapazitäten sind ausgelastet und ein Engpass würde die Liefertreue gefährden.
  • Das Bauteil erfordert eine 5-Achs-Simultanbearbeitung oder andere Technologien, die intern nicht verfügbar sind.
  • Der Bedarf ist schwankend und eine eigene Fertigung würde zu Leerkosten führen.
  • Nachbearbeitungen wie Wärmebehandlung, Eloxieren, Brünieren oder KTL-Beschichtung werden benötigt, die intern nicht angeboten werden.
  • Der Fokus des eigenen Betriebs liegt auf Kernkompetenzen, und die Fertigung von Zukaufteilen bindet zu viele Ressourcen.

Auslagern bedeutet nicht, Kontrolle abzugeben. Mit einem zertifizierten Fertigungspartner und klar definierten Qualitätsanforderungen behalten Sie die Übersicht über Qualität, Termine und Kosten.

Worauf sollte man bei der Wahl eines Kleinserienfertigung-Partners achten?

Bei der Wahl eines Partners für die Kleinserienfertigung sollten Sie auf technische Ausstattung, Qualitätszertifizierung, Materialvielfalt und Kommunikationsbereitschaft achten. Ein guter Partner deckt nicht nur die reine Zerspanung ab, sondern begleitet Sie vom ersten Entwurf bis zur fertigen, auslieferbaren Baugruppe.

Die wichtigsten Auswahlkriterien im Überblick:

  • Maschinenpark und Technologie: Prüfen Sie, ob der Partner über moderne CNC-Bearbeitungszentren mit ausreichend Achsen verfügt. Für komplexe Bauteile ist 5-Achs-Simultanbearbeitung oft notwendig.
  • Qualitätszertifizierung: Eine Zertifizierung nach DIN EN ISO 9001:2015 ist ein verlässlicher Hinweis darauf, dass Prozesse dokumentiert, kontrolliert und kontinuierlich verbessert werden.
  • Materialvielfalt und Oberflächenbehandlung: Kann der Partner unterschiedliche Werkstoffe verarbeiten und Nachbearbeitungen wie Wärmebehandlung oder Oberflächenveredelung koordinieren oder selbst anbieten?
  • Flexibilität bei Stückzahlen: Ein guter Partner sollte sowohl Einzelteile als auch Kleinserien und bei Bedarf größere Serien fertigen können, damit Sie nicht bei jeder Bedarfsänderung den Lieferanten wechseln müssen.
  • Kommunikation und Reaktionszeit: Kurze Rückmeldungen bei Anfragen, transparente Terminaussagen und technische Beratung auf Augenhöhe sind im B2B-Umfeld genauso wichtig wie die reine Fertigungsqualität.
  • Lieferlogistik: Eigene Auslieferung oder zuverlässige Logistikpartner sorgen dafür, dass Teile pünktlich und sicher ankommen.

Holen Sie bei der ersten Anfrage nicht nur ein Preisangebot ein, sondern beobachten Sie auch, wie der Partner auf technische Fragen reagiert und wie schnell er Rückmeldung gibt. Das Kommunikationsverhalten in der Angebotsphase spiegelt oft wider, wie die Zusammenarbeit im laufenden Betrieb aussehen wird.

Wie Mematek bei der Kleinserienfertigung unterstützt

Wir bei Mematek begleiten Industriebetriebe von der ersten Anfrage bis zur fertigen Kleinserie, ohne dass Sie mehrere Dienstleister koordinieren müssen. Unser Leistungsumfang ist auf die typischen Anforderungen von Einkaufsverantwortlichen und Produktionsleitern im Maschinen- und Anlagenbau ausgerichtet.

Was wir konkret für Ihre Kleinserie leisten:

  • Fertigung auf neun modernen CNC-Bearbeitungszentren mit bis zu 5 Achsen, inklusive 5-Achs-Simultanbearbeitung für komplexe Geometrien
  • Robotergestützte Zerspanung für skalierbare Losgrößen bis zu 10.000 Teilen, auch bei schwankendem Bedarf
  • Verarbeitung unterschiedlicher Materialien inklusive Wärmebehandlung und Oberflächenveredelung wie Eloxieren, Brünieren und KTL-Beschichtung
  • Baugruppenmontage und SPS-Programmierung, sodass Sie funktionsbereite Baugruppen statt einzelner Komponenten erhalten
  • Qualitätssicherung nach DIN EN ISO 9001:2015 mit dokumentierten Prüfprozessen in jedem Fertigungsschritt
  • Direkte Auslieferung über unsere eigene Fahrzeugflotte für zuverlässige Terminplanung

Wenn Sie wissen möchten, ob Ihre geplante Kleinserie bei uns in guten Händen ist, nehmen Sie gerne Kontakt auf. Wir schauen uns Ihre Anforderungen konkret an und melden uns zeitnah zurück.

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